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«Die Chemie zwischen den Mitgliedern des Stiftungsrats stimmt.»
Er gehörte bei der letzten Wahl zu den Ersatzleuten. Mittlerweile ist er ein vollwertiges Mitglied des AVENA-Stiftungsrats. Bruno Laurent steht am Beginn einer spannenden Reise durch das Universum der beruflichen Vorsorge, das ihn bei seinem Einstieg überrascht hat. Und zwar positiv. Ihn, den Bankier, der mit dem Risikomanagement und mit drastischen regulatorischen Veränderungen bestens vertraut ist.
Wie sind Sie in den Stiftungsrat von AVENA gekommen?Die Banque du Léman, bei der ich als CFO tätig bin, ist seit ihrer Gründung im Jahr 2014 Kundin von AVENA. In einem Gespräch hat mir Francis Bouvier erläutert, dass die Welt der beruflichen Vorsorge im Wandel ist, dass sie komplexer wird und dass Leute gebraucht werden, die sich im Finanzwesen, in der Bankenregulierung und in den Beziehungen zur FINMA gut auskennen. Von da an reifte in mir der Gedanke, dass diese Funktion eine ideale Ergänzung zu meiner Arbeit bei der Banque du Léman wäre und dass ich meine über 20-jährige Erfahrung in den Dienst von AVENA stellen könnte. So habe ich beschlossen, bei den Wahlen zu kandidieren. Das Resultat? Ich habe es auf einen Ersatzrang geschafft. Und seit Februar 2025 bin ich nun Stiftungsratsmitglied.
Was war ausschlaggebend für Ihren Entscheid?Meine Hauptmotivation war, mein Know-how im Finanzbereich und meine Erfahrungen mit den sich wandelnden Bankvorschriften sowie im Risikomanagement zu teilen. Ich durfte von anderen viel lernen. Nun war für mich der Moment gekommen, mein Wissen weiterzugeben. Daneben hatte ich aber auch persönliche Beweggründe. Ich mag es, neue Wege zu gehen und Dinge zu entdecken. Klar, die berufliche Vorsorge und das Bankwesen haben viele Gemeinsamkeiten, aber es gibt eben auch Unterschiede. So kann ich einerseits meine Expertise gut einbringen, lerne aber auch sehr viel über einen Bereich, den ich eigentlich zu kennen glaubte. Es macht mir sehr viel Spass, an den Sitzungen des Stiftungsrats, aber auch an den Versammlungen der Prüfungs-, der Anlage- oder der Ethik- und Strategiekommission – denen ich ebenfalls angehöre – teilzunehmen. Ich freue mich wirklich, dass ich diese Erfahrung bei AVENA machen darf.
Können Sie uns mehr über Ihren beruflichen Werdegang sagen?Angefangen habe ich als Wirtschaftsprüfer bei Ernst & Young (EY), spezialisiert auf den Bankensektor. Im Anschluss daran nahm meine Karriere eine ganz besondere Wende. Mir wurde eine Aufgabe angeboten, die eigentlich einmalig, ja fast von historischer Bedeutung ist: Ich durfte bei der Gründung einer Bank als Finanzchef mitwirken. So habe ich die ersten Jahre der QNB miterlebt. Und dann wurde das Einmalige zweimalig! Ab 2014 war ich an der Gründung einer zweiten Bank beteiligt, der Banque du Léman. Als Retailbank von überschaubarer Grösse, die beidseits der Grenze tätig ist und sich in erster Linie an die Grenzgängerinnen und Grenzgänger richtet, füllen wir eine Marktnische aus. Eine schöne Erfolgsgeschichte. Hier bin ich am richtigen Ort. Ich arbeite in einem engagierten Team und übe eine vielseitige Tätigkeit aus, die mir immer wieder viel gibt.
Erfordert die zunehmend komplexe berufliche Vorsorge eine Professionalisierung der Stiftungsräte?Die zunehmende Komplexität der beruflichen Vorsorge und ihrer Herausforderungen führt zu einer Konsolidierung des Marktes. Dadurch müssen die Stiftungsräte noch mehr Verantwortung übernehmen. Dabei sind unsere Pflichten schon jetzt sehr umfassend und zeitintensiv. AVENA verwaltet die Renten von rund 18 000 Versicherten. Sie haben uns gewählt und uns damit ihr Vertrauen ausgesprochen. Wir müssen auf der Höhe unserer Aufgabe sein. Wir verdienen unseren Lebensunterhalt nicht mit unserer Tätigkeit bei AVENA. In dieser Hinsicht sind wir keine professionellen Stiftungsratsmitglieder, aber jede und jeder von uns verfügt in ihrem oder seinem Kompetenzbereich über ein Know-how, das man als professionell bezeichnen kann.
Was hat sie während dieses ersten Jahres überrascht?Mich fasziniert das ausgeprägte Wohlwollen, mit dem wir einander bei den Sitzungen begegnen, obwohl wir Stiftungsräte alle einen unterschiedlichen Hintergrund haben. Natürlich gibt es auch Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten, aber wir hören einander immer zu und suchen nach einem Konsens. Und selbst wenn wir uns mal nicht einigen können, ist jeder Entscheid fundiert und gut durchdacht. Zudem beeindruckt mich das Engagementund die Motivation der Mitglieder sowie die Art, wie sie sich auf ihre Aufgaben vorbereiten. Uns allen ist klar, dass wir uns für das Allgemeinwohl einsetzen, für das Wohl der Versicherten. Die Chemie stimmt zwischen den Mitgliedern des Stiftungsrats. Es besteht ein echter Wille zur Zusammenarbeit.
Wie wird sich die berufliche Vorsorge Ihrer Meinung nach entwickeln?Ich stelle einfach fest, wie schwer es den jungen Menschen fällt, über ihre Rente zu sprechen, während es immer weniger Erwerbstätige gibt und die KI die Arbeitswelt auf den Kopf stellt. Und dies ist überall so, unabhängig vom geltenden Vorsorgesystem. Ich stamme aus Frankreich und kenne beide Realitäten, die schweizerische und die französische. Seit ich die berufliche Vorsorge von innen kenne, sehe ich diese Entwicklung etwas entspannter. Klar, man muss sich Gedanken machen, aber in Massen. Die berufliche Vorsorge war schon immer kompliziert, und das System funktioniert trotzdem. Zudem stärken die guten Gespräche, die wir innerhalb des AVENA-Stiftungsrats führen, mein Vertrauen. Wir treffen stets ausgewogene Entscheide. AVENA ist vielleicht nicht die hippste Pensionskasse, aber ihre Verantwortlichen haben eine langfristige Unternehmensvision. Das ist das Einzige, was zählt.
Womit beschäftigen Sie sich sonst noch?Nebst meiner Familie – ich bin verheiratet und Vater von drei Adoptivkindern – habe ich ein grosses Hobby: das Laufen. Genauer gesagt bin ich ein Trailläufer. Das ist ein sehr zeitintensiver Sport, der mir aber ebenfalls viel bringt. Bei allem, was ich mache, sei es im Berufsleben oder privat, steht der Spass im Vordergrund. Und den habe ich! Ich laufe nicht gegen die Uhr, sondern um ins Ziel zu kommen. Jedes Rennen ist ein Rennen gegen mich selbst. Ich mache sukzessive Fortschritte und werde eines Tages an einem bedeutenden Lauf teilnehmen. Der Gral der Trailläufer ist die Diagonale des Fous auf La Réunion. Wie bei der Arbeit oder bei AVENA investiere ich meine Zeit, aber ich erhalte viel dafür. Schliesslich ist alles eine Frage der Ausgewogenheit.
Mit welchen Erwartungen nehmen Sie den Rest Ihrer Amtszeit in Angriff?Ich stehe erst am Anfang des Wegs und freue mich auf das, was noch kommt. Vor allem, weil sich die berufliche Vorsorge derzeit in einer entscheidenden Phase befindet. Ich habe noch viel zu geben und kann noch einiges für mich mitnehmen. Ich hoffe, dass dies erst der Beginn einer spannenden und langen Reise durch das Universum der beruflichen Vorsorge ist.
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